[Rezension] "Die Buchspringer" - Mechthild Gläser



Titel: "Die Buchspringer"
Autor: Mechthild Gläser
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 384
Format: Gebundene Ausgabe
Preis: 17,90€
ISBN:
978-3-7855-7497-3
Erscheinungsdatum: 16.02.2015
Alter: ab 12 Jahren 
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Inhalt
"Während des Sommerurlaubs auf einer vergessenen Shetlandinsel erfährt Amy, dass sie als Mitglied der Familie Lennox of Stormsay über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichten zu nehmen. Schnell findet Amy Freunde in der Buchwelt: Schir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch, hat stets wertvolle Ratschläge für sie, während Goethes Werther zwar seinen Liebeskummer in tintenhaltigen Cocktails ertränkt, Amy aber auch ein treuer Freund ist, seit sie ihn vor den Annäherungsversuchen der Hexen aus Macbeth gerettet hat. Lediglich die Idee, Oliver Twist Kaugummi zu schenken, war nicht die beste …

Doch bald merkt Amy, dass die Buchwelt nicht so friedlich ist, wie sie zunächst scheint. Erst verschwindet Geld aus den Schatzkammern von Ali Baba, dann verletzt sich Elizabeth Bennet auf dem Weg zum Ball mit Mr Darcy, sodass eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur im Keim erstickt wird. Für Amy ist klar: Sie muss den Störenfried stellen! Doch erst, als sich die Zwischenfälle auch auf die Realität auswirken und schließlich sogar ein Todesopfer fordern, wird Amy klar, wie ernst die Bedrohung ist. Worauf hat es der geheimnisvolle Attentäter wirklich abgesehen?"


Wenn es etwas gibt, dass das Herz eines jeden Schmökermädchens (und natürlich -jungen) noch höher schlagen lässt, als es ein Buch ohnehin schon tut, dann sind es wohl Bücher über Bücher!

So zählen zu meinen liebsten Schmökern dieser Art vorallem Michael Endes "Die unendliche Geschichte", Cornelia Funkes "Tintenherz"-Trilogie oder Kai Meyers "Die Seiten der Welt".
Von nun an darf sich aber auch "Die Buchspringer" von Mechthild Gläser zu dieser Reihe zählen!

Hier erfährst Du, warum ...



Schon das wunderschöne Cover lässt erahnen, mit welchen literarischen Figuren Protagonistin Amy es in diesem Buch zu tun bekommt.



Amy ist eine absolute Leseratte. Nur zu gerne flüchtet sie sich gedanklich in eines ihrer zahllosen Bücher, vorallem dann, wenn das Mobbing ihrer Mitschüler besonders schlimm wird.
Auch ihre Mutter Alexis ist unglücklich; sie leidet unter Liebeskummer und beschließt kurzerhand, aus dem grauen Bochum hinaus auf die schottische Insel Stormsay zu flüchten.

Nach der stürmischen Überfahrt in den schroffen, zerklüfteten Küstenort, lernt Amy ihre Großmutter Lady Lennox of Stormsay kennen. Noch völlig überrascht davon, ihre Familienwurzeln auf dieser Insel zu finden, erfährt Amy Unglaubliches: ihre Familie gehört einem der letzten beiden Clans von "Buchspringern" an. 

Sie sind in der Lage, in jedes beliebige Werk der Literatur "zu springen", indem sie sich in einen uralten Steinkreis - der "Porta Litterae" - legen und das gewünschte Buch lediglich auf dem Gesicht platzieren. 

Diese Fähigkeit vereint und verbündet die Familie Lennox mit der verfeindeten Familie Macalister. Auf diese Weise wachen die beiden Clans über die Welt der Literatur und darüber, dass jede Geschichte stets ihren angestammten Verlauf beibehält.


Amy ist begeistert und - ganz im Sinne ihrer Großmutter - will sie das "Buchspringen" sofort ausprobieren!
Nur ihre Mutter ist davon leider ganz und gar nicht begeistert; und überhaupt verhält sich Alexis ziemlich merkwürdig, seit sie auf der Insel angekommen sind.

Den Ängsten ihrer Mutter zum Trotz, beginnt Amy aber bald mit dem Unterricht im "Buchspringen". Bereits bei ihrem ersten Sprung lernt sie den Tiger Shir Khan aus dem Dschungelbuch und den jungen Werther kennen. Doch die Figuren der Buchwelt sind beunruhigt. Als schließlich auch noch Sherlock Holmes Leiche an den Strand von Stormsay gespült wird ist klar: etwas Seltsames geht vor sich und Amy muss etwas dagegen unternehmen ...


Die Vorstellung, in jedes beliebige Buch "springen" zu können und die Figuren und Geschichten hautnah zu erleben, ist für sich genommen schon absolut wunderbar. Mechthild Gläser verwebt in ihrem Buch viele verschiedene Klassiker der Literatur - darunter Peter Pan, Das Dschungelbuch oder Der Zauberer von Oz - und es war eine Freude zu lesen, was passiert, wenn die Charaktere aus all diesen Büchern aufeinandertreffen. 

Die Handlung der Geschichte gleicht einem rasanten Krimi und bleibt durch die vielen fantasievollen Szenen und Wendungen bis zum Schluss spannend. Auch die familiären Probleme und Sorgen in der Realität spielen immer wieder eine Rolle. Und natürlich darf auch eine klitzekleines bisschen Romantik nicht fehlen..

Bis auf Amys Mutter Alexis, die manchmal ein wenig naiv und kindisch erschien, gefielen mir die Charaktere auf Stormsay sehr gut und auch die Kulisse der einsamen schottischen Insel, mit ihren stürmischen Landschaften, dem wolkenverhangenen Himmel und den verwitterten Burgen sorgt für eine einzigartige Atmosphäre.

Am Anfang der einzelnen Kapiteln, die stets eine angenehme Länge haben, stößt man als Leser auf ein altes Märchen, dessen Sinn sich erst zwar erst später erschließt, dem Buch aber eine ganz besondere Note verleiht und meine Neugier ins Unermessliche steigerte! Genau das Richtige, für jeden Märchenliebhaber!


Der Schreibstil war flüssig und angenehm, nicht nur deshalb flogen die Seiten nur so dahin und ich fühlte mich beinahe selbst wie eine "Buchspringerin". Schon seit Langem hat mich ein Buch nicht mehr so faszinieren können!
"Die Buchspringer" ist eines der Bücher, bei denen man sich wünscht, es würde nie zu Ende gehen. Nicht auszudenken, wie viele literarische Werke man noch miteinander verknüpfen und welche fantastischen Abenteuer Amy noch erleben könnte!

Doch das Ende kam und einzig und allein dieser märchenhafte Schluß, von dem ich natürlich nicht zu viel verraten möchte, ließ mich zwar beeindruckt und absolut überrascht, aber auch ein wenig wehmütig zurück. Mit diesem Ausgang der Geschichte, hatte ich wirklich nicht gerechnet! Obwohl die Handlung in sich geschlossen ist, bleibt doch ein Funken Hoffnung, dass Mechthild Gläser sich vielleicht doch für eine Fortsetzung entscheidet und wir erneut in die Welt der


eintauchen dürfen!

Die Altersempfehlung "ab 12 Jahren" lässt schon vermuten, dass die Autorin auf tiefschürfende Beschreibungen oder kompliziert gestrickte Handlungsabläufe verzichtet. Nichtsdestotrotz ist die Idee hinter diesem Buch gut durchdacht und innovativ. Somit ist "Die Buchspringer" für jeden Buchliebhaber eine kurzweilige Unterhaltung und für Mädchen und Jungen jeder Altersklasse uneingeschränkt zu empfehlen!

Für Mechthild Gläsers unglaubliche Fantasie und diese wunderbare Schmöker-Kostbarkeit kann ich nichts anderes als die volle Punktzahl geben!


5 von 5



Hast Du Dir schon einmal gewünscht, in die Welt der Literatur springen zu können? Und wenn ja, welchem Deiner Bücher würdest Du gerne einen Besuch abstatten?

Ich selbst hätte mir ohne Frage längst sämtliche Harry Potter-Bände auf die Nase gelegt! Anschließend würde ich wohl, genau wie Amy, zum Tee mit dem verrückten Hutmacher und dem Märzhasen aus Alice im Wunderland" vorbeischauen oder einen mit Rotkäppchen einen Spaziergang durch den Wald unternehmen. Was für eine fantastische Vorstellung!

 Träumerische Grüße, 



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