Sonntag, 14. Oktober 2018

[Rezension] Hazel Wood - Wo alles beginnt von Melissa Albert



Autor: Melissa Albert
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 352
Alter ab: 14 Jahre
Format: Gebundene Ausgabe
Preis: 19,00€
ISBN: 978-3-7915-0085-0
Erscheinungsdatum: August 2018

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Inhalt
"Geh hin, wo alles beginnt … Hazel Wood zieht alle in seinen Bann.

Seit Alice denken kann, wird sie vom Unheil verfolgt. Dann stirbt ihre Großmutter, die mysteriöse Märchenerzählerin Althea Proserpine, und kurz darauf verschwindet Alices Mutter spurlos. Zurück bleiben die Worte „Halt dich fern von Hazel Wood”. Alice spürt, dass sie ihre Mutter erst wiedersehen wird, wenn sie an den Anfang ihrer eigenen Geschichte geht. Schritt für Schritt entdeckt sie eine unheimliche Wahrheit. Um endlich frei zu sein, bleibt Alice nur eine Wahl: Sie muss nach Hazel Wood … Dorthin, wo alles beginnt."

 

Fans düsterer Wunderländer, albtraumhafter Kreaturen und unvorhersehbarer Wendungen kommen in diesem fantastischen Buch voll auf ihre Kosten!

Alice führt mit ihrer Mutter Ella ein echtes Leben aus dem Koffer: nie verweilen die beiden länger an einem Ort, denn das Unglück scheint ihnen stets dicht auf den Fersen zu sein. Ständig ziehen sie von einer Stadt in die nächste. Zu ihrer einzigen Verwandten, ihrer verstorbenen Großmutter und der berühmten Märchenautorin Althea Proserpine, hatten weder Alice noch ihre Mutter Kontakt. Sogar den bekannten Nachnamen "Proserpine" haben die beiden zum Schutz vor aufdringlichen Fans und ihrer Privatsphäre abgelegt. Als Kind wurde Alice von einem Mann mit einem Auto entführt, der zwar sehr nett zu dem Mädchen gewesen sei, laut Ella allerdings nur an ihre Großmutter Althea herankommen wollte.

Doch Alice, an der all dies nicht spurlos vorbeigegangen ist und die deshalb einige sehr rebellische Eigenarten entwickelt hat, fühlt eine tiefe Verbundenheit zu Althea Proserpine. 
Ihre sagenumwobene Residenz Hazel Wood, sowie ihr bekanntestes Werk, die Märchensammlung Märchen aus dem Hinterland, kennt Alice nur aus Erzählungen und TV-Dokus. Auch ihre Großmutter selbst, durfte sie nie kennenlernen. 

An ihrer neuen Schule trifft Alice auf Finch, einen eigenartigen Jungen, der nicht nur stinkreich und  besessen von Althea Proserpine ist, sondern ihr auch eine Menge über die berühmte Großmutter und die Märchen aus dem Hinterland erzählen kann.

Als eines Tages ihre Mutter Ella verschwindet, scheint es, als würden die Figuren des Hinterlandes zum Leben erwachen und alle Spuren nach Hazel Wood führen. Entgegen aller Warnungen, machen sich Alice und Finch auf, sie zu finden und geraten dabei in einen Strudel aus Märchen und Albträumen!

Schon der Klappentext hat mich neugierig auf Hazel Wood gemacht. Mir schwirrten sofort sämtliche Bilder aus Alice im Wunderland, Narnia und Co. vor dem inneren Auge. Was mich dann jedoch erwartete, war weitaus mehr, als ich mir hätte vorstellen können.Sofort habe ich mich mit Protagonistin Alice, die ihre Großmutter nie kennenlernen durfte, angefreundet. Genau wie sie, wollte ich wissen, was es mit Hazel Wood auf sich hat und weshalb ihre Mutter Ella einen solchen Groll gegen die verstorbene Großmutter hegt.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Alle Vermutungen und Theorien, die ich zu diesem Zeitpunkt des Buches hatte, wurden zum Schluss vollkommen über den Haufen geworfen! Diese Geschichte nimmt einige so spezielle Wendungen und kommt schließlich zu einem Ende, dass sicherlich niemand voraussehen kann - ich frage mich, ob es nicht auch der Autorin selbst so ging und Hazel Wood eine sehr mächtige Eigendynamik entwickelt hat, die zu diesen Wahnsinns-Wendungen führte.

Wer sich unter diesem Buch eine Adaption von Alice im Wunderland oder Alice hinter den Spiegeln vorstellt, liegt nur bedingt richtig. Um ehrlich zu sein, sind einige Stellen und Szenen nahezu blutrünstig und ich musste mehrfach innehalten, um das Gelesene zu verarbeiten. 

Wer den Film Pans Labyrinth kennt, weiß, dass Märchenwelten nicht nur rosa und blumig sein können. Genau dies ist im Hinterland der Fall. Düstere Wälder, grauenhafte Kreaturen und albtraumhafte Szenerien verschwimmen mit Alice Leben im modernen New York. Fantasievoll verknüpft die Autorin Traum und Wirklichkeit miteinander und während des Lesens entwickelt die Story einen so kraftvollen Sog, dass es sich anfühlt als wirble man in rasender Geschwindigkeit ein Kaninchenloch hinab!

Mir hat besonders gut gefallen, dass diesmal keine Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Im Gegensatz zum klassischen Märchen, schafft es hier nicht einmal der Hauch einer Romanze, sich seinen Weg durch den Strudel an Ereignissen zu bahnen. (Daumen hoch an dieser Stelle von mir, die klischeehafte Romantik in Büchern nur bedingt ertragen kann!)

Die Kritik einiger Leser, die Story würde zu zäh dahinplätschern, um gegen Ende hin zu schnell alle Ereignisse abzuarbeiten und aufzulösen, kann ich nur zum Teil verstehen.
Mir gefiel der Einstieg sehr. Das Ausmalen der Familienverhältnisse und der Beziehung zwischen Alice und ihrer Mutter Ella nimmt zwar einen relativ großen Rahmen ein, ist allerdings für den Handlungsverlauf unerlässlich.
Die Ereignisse ab dem Betreten des Hinterlandes liefen in genau der Geschwindigkeit ab, die für mich eben diesen Rausch einer Märchenwelt ausmacht: rasend, rauschend und ohne Zeit, zwischendurch Luft zu schnappen! Für mich eine perfekte Umsetzung.

Melissa Albert hat mit Hazel Wood - Wo alles beginnt eine fantastische Märchenwelt geschaffen, die zwar angelehnt an Alice im Wunderland ist, aber doch einzigartige und innovative Ideen bereithält. Die düstere, geheimnisvolle und märchenhafte Welt des Hinterlandes, hier eine dunkle Version eines Wunderlandes, ist nichts für zarte Gemüter. Wer sich also eine rosarote - oder im Fall des Covers himmelblaue - Zuckerwattenwelt vorstellt, wird enttäuscht. 

Die Story ist in meinen Augen nichts für sehr junge Leser und die Altersempfehlung von 14 Jahren
durchaus berechtigt.
Die spannenden Wendungen und die überraschende Auflösung am Ende machen dieses Buch einzigartig und bieten genug Potenzial für einen Folgeband, den ich aufjedenfall lesen würde!

Eine klare Leseempfehlung von mir und die volle Anzahl Schmökerraben


5 von 5





Liebst,



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