Donnerstag, 20. September 2018

[Rezension] Das Mädchen, das den Mond trank - Kelly Barnhill



Autor: Kelly Barnhill
Verlag: Fischer Verlage
Seitenzahl: 464
Alter ab: 10 Jahre
Format: Gebundene Ausgabe
Preis: 16,99€
ISBN: 978-3-7373-5538-4
Erscheinungsdatum: 22.02.2018

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Inhalt
"Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt.
Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie.
Das weiß jeder.

Diese Geschichte erzählt von einer Hexe, von der alle glauben, sie sei böse, einem kleinen Mädchen, das die Hexe bezaubert, einem sechsarmigen Sumpfmonster, das Gedichte liebt, von einem wahrhaft winzigen Drachen und einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Hexe zu töten.

Jedes Jahr lassen die Bürger des Protektorats ihr jüngstes Kind im Wald zurück – als Opfergabe zum Schutz vor der bösen Hexe. Jedes Jahr rettet die Hexe Xan die ausgesetzten Kinder, denn sie ist gar nicht böse.
Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Xan gibt dem ausgesetzten kleinen Mädchen aus Versehen Mondlicht zu trinken. Doch Mondlicht ist pure Magie! Und so wächst in dem Kind, genannt Luna, große Macht heran … Wird sie diese Macht für das Gute einsetzen und die Stadt, die sie einst opferte, von ihrem grausamen Schicksal befreien?"

Dieses Buch ist einfach nur märchenhaft!
Wer die Gebrüder Grimm, klassische Märchen und niedliche Monster liebt, der kommt an diesem zauberhaften Schmöker nicht vorbei!



Eine tiefschwarze Decke der Trauer liegt über der Stadt. Jedes Jahr muss das jüngste ihrer Kinder im Wald geopfert werden, denn die Bürger fürchten die Hexe. Keiner weiß, was sie mit ihnen anstellt, aber eines ist gewiss: auch dieses Jahr wird ein Mädchen im Wald ausgesetzt und der Hexe überlassen.
Xan hingegen versteht die Menschen nicht. Wieso lassen sie ihre armen, schutzbedürftigen Kinder allein im Wald? Aus Mitleid nimmt sie die Kleinen an sich und nährt sie mit Sternenlicht. Doch eines Tages macht die Hexe einen fatalen Fehler: sie gibt einem Mädchen Mondlicht zu trinken!
Mondlicht ist reine Magie und schnell ist klar, dass Luna durch und durch von Magie durchtränkt wurde.

“Ein Baby mit Magie zu versehen, das ist, wie einem Kleinkind ein Schwert in die Hand zu drücken — zu viel Kraft kombiniert mit zu wenig Vernunft” 

 Doch Xan ist alt und möglicherweise bleibt ihr nicht mehr viel Zeit, das Mädchen auf ihre Magie und den Umgang damit vorzubereiten. Zum Glück sind da noch Glerk, das riesige Sumpfmonster, das im Sumpf vor Xans Haustür lebt und mit seiner Weisheit stets einen guten Rat hat und Fyrian, der wohl winzigste Drache der Welt, der sich allerdings für furchteinflößend und wahrhaft gigantisch hält.

Und so erzählt diese Geschichte von magischen Kreaturen, gefährlich brodelnden Sümpfen und zauberhaften Mondscheinnächten, aber auch von Freundschaft, Trauer und der Kraft der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind, die alle Zeiten überdauert.

Ich liebe dieses Buch! Ich liebe es, weil es alles hat, was einem Märchenfan das Herz aufgehen lässt. Aber ich liebe es auch, weil es vielschichtig ist. Schmerzhaft und tieftraurig; voller Verzweiflung, Hoffnung, Liebe, Heiterkeit und Fantasie.
Du fragst dich nun: passt das alles in ein Buch?! JA, das passt! Und zwar hervorragend!

Geschickt verwebt die Autorin verschiedene Handlungsstränge und Perspektiven miteinander. Was sich zunächst nach einem klassischen Märchen anfühlt, wird mit der Zeit zu einer komplexen Geschichte, die zeigt, dass es eben nicht nur Gut und Böse, Schwarz und Weiß, sondern eben auch noch eine ganze Menge dazwischen gibt. 

Außerdem sind die Figuren einfach einmalig - detailreich und liebenswert brachten mich vorallem der kleine Drache Fyrian (der Schlafen über alles liebt, sich sicher ist, dass er nur von der Welt ferngehalten wird, um nicht alle in Angst und Schrecken zu versetzen, dabei aber problemlos in eine Jackentasche passt) und das Poesie-liebende, hundertjahrealte Sumpfmonster Glerk, das stets einen passenden Reim auf Lager hat ("»Um es mit den Worten unseres hochgeschätzten Poeten zu sagen, meine Teure: Wird die Dame barsch, geht mir's vorbei am –« »GLERK! ... »Tut mir leid«") zum Schmunzeln.


Unbedingt lesen! "Das Mädchen, das den Mond trank" steht schon jetzt in der Liste meiner absoluten Lieblingsbücher und hat das Potenzial, ein Klassiker der Märchen und der Kinder- und Jugendbuchliteratur zu werden.

Es ist ein Buch, das sich trotz seiner mehr als 400 Seiten wahnsinnig schnell liest. Die Magie strömt geradezu durch die Buchdeckel hindurch und zieht den Leser hinein in eine fabelhafte Welt aus Mondlicht, magischen Geschöpfen, atmosphärischen Schauplätzen und drolligen Dialogen, ohne dabei an Ernsthaftigkeit oder Handlung einzubüßen.

Ich gebe Luna, Xan, Glerk und Fyrian

5 von 5 



Du hast Lust in die wunderbare Geschichte reinzuhören? Hier kannst du den ersten Kapiteln des Buches und Simon Jägers fantastischer Stimme lauschen:




Liebst,



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